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Legende des Landes Laar aus der Feder des Fantasy-Meisters Nik Perumow. Multifunktionaler Flashclip mit der Hymne von Berserk


Die Legende Nik PerumowsDie Welt von Laar. Eine Welt, in der einst blaue Ozeane träge Wellen an die Küsten sandten und das Auge über schier endlose, unberührte Wälder schweifen konnte. Eine Welt, die Magie kannte, eine bescheidene Magie, die es ihren Anhängern nicht erlaubte, ein gegnerisches Heer einzuäschern oder Städte in Schutt und Asche zu legen. Die Zauberkundigen sagten das Wetter voraus, ließen es regnen und vertrieben die heißen Winde, sie halfen bei Viehseuchen und führten noch eine ganze Reihe anderer, gleichfalls alltäglicher Künste aus. So war es einmal. Vor der großen Katastrophe.

Laar kannte wie jedes Land Starke und Schwache. Die Schwachen beneideten die Starken. In den südlichen Sümpfen von Ischar lebte ein kleiner, allmählich schwindender Stamm von Menschen, die sich Ungaren nannten. Niemals hatten sie weite, fruchtbare Ländereien besessen, doch mit der Zeit wurden die Ungaren von älteren Rassen von ihren angestammten Äckern und den Feuerstellen ihrer Vorväter vertrieben. Mit jedem Jahr sank die Zahl der Ungaren und ihr Aussterben schien unausweichlich. Doch das Schicksal wollte es anders.

Der vergessene und bemitleidenswerte Stamm gezeichnet von Elend und Sorge brachte einen Jungen hervor, der den Namen Arhaal trug, und dem das Schicksal zufiel, der mächtigste Magier zu werden, den Laar je gesehen hat. Wie und woher er seine Gabe erhielt, kann niemand mit Sicherheit sagen. Doch man erzählt sich, er hätte die Macht besessen, Sterne auszulöschen und neu zu entzünden. Der Junge wurde zur letzten Hoffnung seines der Verderbnis anheimgegebenen Stammes, zur Hoffnung auf Rache. Die Ungaren verließen die Sümpfe. Der junge Arhaal führte seine wenigen Gefolgsleute von Sieg zu Sieg, doch von Mal zu Mal musste er tiefer aus dem Brunnen der magischen Macht schöpfen. Zeichen des kommenden Unheils sah man zu dieser Zeit in stetig wachsender Klarheit. Andere Magiekundige wichen vor den Ungaren zurück. Sie versammelten die Stärksten aus ihrer Mitte und Arhaal, der begierig war, den Feind mit einem Schlag zu vernichten, überschätzte seine eigene Kraft. Er öffnete die Pforte für monströse Mächte, die in das Land Laar einströmten und sein Antlitz und das der Welt für immer veränderten.

Die große Katastrophe brach herein. Die Sonne Laars glühte gleißend auf und erlosch, sie verwandelte sich in einen matten, blutroten Stern. Es regnete sengendes Feuer vom Himmel; die Ozeane begannen zu kochen, die Wüsten schmolzen und der Sand wurde wie geronnenes Glas. Unzählige kamen um, der Norden Laars versank in ewiger Dunkelheit, wo nur die gräulichsten Ungeheuer stark genug waren, um zu überleben.

Furchtbare Kreaturen erwachten durch die Katastrophe. Geboren aus Feuer und Tod kannten sie kein anderes Ziel, als Leben zu vernichten. Und viele Menschen und Nichtmenschen verfielen der Finsternis und wurden ihnen gleich.

Die furchtbare Flut magischer Kraft, die sich in schrecklichster Weise über das Land ergoss, brachte nicht nur Böses. Die Kraft der Magier und Beschwörer wurde merklich größer, war aber nun verbunden mit der Kraft merkwürdiger Runenkristalle, die sich in dem Feuerregen gebildet hatten. Mit Hilfe dieser Kristalle konnten die Magier machtvolle Flüche verhängen oder reines Wasser aus den tiefsten Tiefen, die von der Katastrophe unberührt geblieben waren, an die Oberfläche holen. Es verwundert nicht, dass unter den Überlebenden furchtbare Kriege um diese Kristalle geführt wurden. Je mehr Kristalle eine Stadt, ein Dorf, ein Haus besaß, um so leichter war es, Trinkwasser zu erhalten, um so reicher waren ihre Ernten und ihre Herden um so zahlreicher.

Auf den Schlachtfeldern dieser Welt kämpften keine großen Armeen mehr. Es brach das Zeitalter der einsamen Magier an, die durch das Land Laar streiften und nach den Kristallen suchten. Sie nutzten die Macht der Kristalle, um sich jede Art von Kreatur und Ungeheuer gefügig zu machen. Aus Duellen zwischen Magiern wurden Kämpfe zwischen den Kampfverbänden ihrer Figuren. Nicht wenige dieser Magier neigten ihr Herz dem Bösen zu, in ihrer Gier nach mehr Macht und immer mehr Runenkristallen.

Sie fragten nicht nach dem Land Laar, sie wollten nur eines: Macht. Und um dieses Zieles wegen waren sie bereit, alles und jeden zu vernichten, der es wagte, sich ihnen in den Weg zu stellen. Wer einsam war und schwach, den erwartete inmitten der magischen, die Erde verwüstenden Schlachten kein langes Leben...

Und so wäre Laar gezeichnet von den Flammen der großen Katastrophe wohl untergegangen, hätte es unter jenen, die gegen Arhaal aufstanden, nicht eine Gruppe weitsichtigster alter Magier gegeben. Sie wurden die Sternenwächter genannt. Ihnen gelang es, einen Gegenstand zu schaffen, der die Kraft der alten Welt in sich trug. Die Magier versammelten sich im Turm von Tul-Bagar, der in den Hallanischen Bergen aufragt. Dort vollendeten sie ihr Werk wenige Stunden, bevor die große Katastrophe ihren Anfang nahm. Sie opferten sich selbst und verliehen ihrer Schöpfung damit nie gekannte Kraft. Die Menschen glauben, dass wenn dieser Gegenstand gefunden wird, die Sonne von Laar zu neuem Leben entflammen wird, dass neue Ozeane die Küsten benetzen und jungfräuliche Wälder aus dem geschändeten Boden sprießen werden. Doch die Hallanischen Berge liegen nun in ewiger Finsternis, auf der dunklen Seite Laars, deren Ungeheuer seit Menschengedenken ihre Mordkünste schulen. Ein verschwindender Haufen von Magiern, geübt in der Kunst, die Runenkristalle zu nutzen, hat geschworen, nicht gegeneinander zu kämpfen, und sich auf die Suche nach dem Turm gemacht. Viele von ihnen haben die dunkle Seite betreten, nicht einer ist zurückgekommen. Wer weiß, vielleicht wird dir das Glück hold sein, vielleicht findest du den Weg...